Mein lieber Herr Gesangsverein! Auf was habe ich mich nur hier wieder eingelassen?! Ich komme aus diesen Wanderschuhen ja gar nicht mehr raus. Ein Hike jagt den nächsten. Begann die Tour noch mit einem langsamen Einlaufen im Norden und einer Canyoningtour mit anschließender Wellness am Toten Meer, so sind wir mittlerweile im Endstandium des Aktivurlaubes angelangt. Zunächst erreichten wir das Dana Biosphere Reservat, wo de Weg 5 Stunden lang durch sandförmige Felsen, klippenartige Formationen und viel Trockenheit führte, so sind wir mittlerweile in Petra angelangt, wo an Entspannung auch nur keine Sekunde gedacht werden kann. Am Abend nach der Dana Wanderung, marschierten wir entlang Kerzen beleuchteter Wege zur Felsenstadt Petra, die sich in einem hervorragenden Zustand befindet. Die Stätte ist überwältigend und man muss sich wirklich die Frage stellen, wie Menschen so etwas, ohne jegliche Maschinenunterstützung, errichten konnten.
Am nächsten Morgen hieß es bereits um 7 Uhr die Segel zu streichen und sich auf eine Tageswanderung nach Little Petra zu begeben, die anschließend erneut an der "Haupt-Petra" endete. Landschaftlich Dramatik pur. Riesige Felsformationen, Wüste, Steppe, Canyons. Ich habe mich gefühlt als würde ich den halben Grand Canyon durchkreuzen. Wobei das jordanische Pendant, dank fehlendem Massentourismus, den Grand Canyon um Längen übertrifft. Man kommt aus dem Staunen einfach nicht heraus und fühlt
sich von der enormen Weite und den vor sich aufbauenden Felswänden einfach überwältigt! Noch unglaublicher ist, dass es in diesen Felsen noch bewohnte Höhlen gibt und die Anwohner trotz Anweisung vom Staat diese nicht verlassen. Wir hatten das riesen Glück in einer dieser Höhlen einkehren zu dürfen und Gast dieses Alternativ-Lebens zu sein. Es ist tatsächlich der Inbegriff von Basic. Außer ein paar Teppichen, einer Feuerstelle mit Tee und vergilbter Bilder an der Wand ist einfach nichts vorhanden. Geflasht von diesen Eindrücken verließen wir die Höhlenbewohner, bis mich einer der Höhlenbewohner zurück beorderte und nach meinem Facebook Account fragte. Ich muss ihn völlig entsetzt angesehen haben, da hatte er auch schon sein Samsung Galaxy in der Hand und tippte munter drauf los. Meine wundervolle Vorstellung dass es noch ein Leben abseits Web 2.0 gibt, war somit zerstört. Das handbeschriftete Kartonschild "Free Wifi", mitten in der Wüste, am Fuße der Felsenstadt Petra, ließ mich endgültig jegliche Illusion verlieren. Willkommen in dem Zeitalter von dem wahrscheinlich in 2000 Jahren niemand mehr spricht. Denn was wird von uns übrig blieben außer ein paar Serverfarmen und einem Msysterium namens "Cloud"? Petra wird bleiben.
juli
Fladenbrot am Morgen, Fladenbrot zum Lunch, Fladenbrot am Abend. An eine Kohlenhydrate-Diät ist in diesem Land nicht zu denken, ist das Teigtaschenbrot nicht nur Hauptbestandteil jeder Mahlzeit, sondern dient es auch maßgeblich zur Essensaufnahme. Besteck ist hier Fehlanzeige, Handarbeit lautet die Devise. Zu jedem Gericht gibt es zudem unendlich viele Dips, Soßen und Gewürze. Ich bin mir zu 95% unsicher was ich hier zu mir nehme, jedoch ist an den Spezialitäten nichts auszusetzen. Lediglich die Süßwaren versuche ich zu umgehen, befindet man sich bei Einnahme solcher Delikatessen anschließend in einem Zuckerschockzustand.
Von Amman setzten wir unsere Reise weiter in das Naturreservat von Aljoun fort. Unglücklicherweise blieben wir mit dem Bus auf der Strecke liegen und mussten die Reststrecke von 2 Kilometern zu Fuß weiter bestreiten. Was aber gar nicht weiter tragisch war, standen uns an diesem Tag weitere 12 Kilometer Wanderung bevor. Aljoun, bzw. der Norden, verfügt über 80% des gesamten Waldbestandes Jordaniens. Es ist also quasi fruchtbares Land. Für uns Europäer sah es allerdings nicht viel mehr als eine karge Steppe mit Sträuchern aus. Die kurze Erwähnung, dass Jordanien das 4. Wasser ärmste Land der Welt ist, ergab somit einen Sinn. Die Wanderung an sich war trotz der starken Hitze ein besonderes Erlebnis und der vorsichtige Einstieg unseres Aktivurlaubes. Der Weg an sich war nicht weiter gefährlich und endet zu 99% der Fälle auch völlig unfallfrei. Zumindest dann wenn man stets die Augen nach oben hält und den Wegen des Guides folgt. Da sich ein kleiner Teil der Gruppe kurz zu einem Gespräch über Bananen ähnliche Objekte an einem Baum aufhielt, fanden wir leider nicht mehr den korrekten Anschlussweg zum Rest. Dies hatte zur Folge, dass wir eine falsche Abzweigung nahmen und ich schlussendlich nur durch einen schmerzlichen Widerstand an der Nase gestoppt werden konnte. Nur auf den Boden achtend, hatte ich den Stacheldraht aus Metall übersehen, der mich kurzzeitig außer Gefecht setzte. Nun ja, so eine kleine Narbe aus Jordanien nimmt man immer gerne mit.
Wir genossen den restlichen Abend auf einer Ecolodge und setzten unsere Reise am darauffolgenden Tag ans Tote Meer weiter fort. Auf dem Weg dorthin sollte der Aktivurlaub einen zwischenzeitlichen Höhepunkt erlangen. Wo ich noch zunächst glaubte der Trip würde für mich im Bankrott enden, muss ich mittlerweile feststellen, dass ich bisher kaum einen Cent ausgegeben habe. Sämtliche Mahlzeiten und Aktivitäten waren bisher inklusive, wie auch das bevorstehende special Event "Canyoning". Und diese Operation wird sich in meine Top 10 Must-To-Dos einreihen, soviel sei schon mal gesagt. Die massive rotbraune und rundgeformte Schlucht, die sich vor uns aufbaute, war schon allein jede Strapaze wert. Wir arbeiteten uns durch die Wasser gefüllte Schlucht und stießen zugleich auf jede Menge kleinere Erhebungen, die mithilfe von Seilen erklommen werden mussten. Ausgerüstet mit mehreren Go-Pros machten wir uns auf den abenteuerlichen Weg und kämpften uns, teilweise unter Tränen lachend, über jedes Hindernis. Natürlich blieben blaue Flecken und Aufschürfungen auch diesmal nicht aus, doch das war es wert! Am Ende des Canyons erreichten wir einen Wasserfall, der von oben auf uns hinab toßte. Alles in allem, einen riesen Erlebnisparcour, den ich jedem weiter empfehlen kann! :)
Nun nähern wir uns dem Toten Meer und dem geheiligten Land Israel. Ich kann es kaum erwarten meine aufgeschürften Beine ins salzige Nass zu manövrieren!
Von Amman setzten wir unsere Reise weiter in das Naturreservat von Aljoun fort. Unglücklicherweise blieben wir mit dem Bus auf der Strecke liegen und mussten die Reststrecke von 2 Kilometern zu Fuß weiter bestreiten. Was aber gar nicht weiter tragisch war, standen uns an diesem Tag weitere 12 Kilometer Wanderung bevor. Aljoun, bzw. der Norden, verfügt über 80% des gesamten Waldbestandes Jordaniens. Es ist also quasi fruchtbares Land. Für uns Europäer sah es allerdings nicht viel mehr als eine karge Steppe mit Sträuchern aus. Die kurze Erwähnung, dass Jordanien das 4. Wasser ärmste Land der Welt ist, ergab somit einen Sinn. Die Wanderung an sich war trotz der starken Hitze ein besonderes Erlebnis und der vorsichtige Einstieg unseres Aktivurlaubes. Der Weg an sich war nicht weiter gefährlich und endet zu 99% der Fälle auch völlig unfallfrei. Zumindest dann wenn man stets die Augen nach oben hält und den Wegen des Guides folgt. Da sich ein kleiner Teil der Gruppe kurz zu einem Gespräch über Bananen ähnliche Objekte an einem Baum aufhielt, fanden wir leider nicht mehr den korrekten Anschlussweg zum Rest. Dies hatte zur Folge, dass wir eine falsche Abzweigung nahmen und ich schlussendlich nur durch einen schmerzlichen Widerstand an der Nase gestoppt werden konnte. Nur auf den Boden achtend, hatte ich den Stacheldraht aus Metall übersehen, der mich kurzzeitig außer Gefecht setzte. Nun ja, so eine kleine Narbe aus Jordanien nimmt man immer gerne mit.
Wir genossen den restlichen Abend auf einer Ecolodge und setzten unsere Reise am darauffolgenden Tag ans Tote Meer weiter fort. Auf dem Weg dorthin sollte der Aktivurlaub einen zwischenzeitlichen Höhepunkt erlangen. Wo ich noch zunächst glaubte der Trip würde für mich im Bankrott enden, muss ich mittlerweile feststellen, dass ich bisher kaum einen Cent ausgegeben habe. Sämtliche Mahlzeiten und Aktivitäten waren bisher inklusive, wie auch das bevorstehende special Event "Canyoning". Und diese Operation wird sich in meine Top 10 Must-To-Dos einreihen, soviel sei schon mal gesagt. Die massive rotbraune und rundgeformte Schlucht, die sich vor uns aufbaute, war schon allein jede Strapaze wert. Wir arbeiteten uns durch die Wasser gefüllte Schlucht und stießen zugleich auf jede Menge kleinere Erhebungen, die mithilfe von Seilen erklommen werden mussten. Ausgerüstet mit mehreren Go-Pros machten wir uns auf den abenteuerlichen Weg und kämpften uns, teilweise unter Tränen lachend, über jedes Hindernis. Natürlich blieben blaue Flecken und Aufschürfungen auch diesmal nicht aus, doch das war es wert! Am Ende des Canyons erreichten wir einen Wasserfall, der von oben auf uns hinab toßte. Alles in allem, einen riesen Erlebnisparcour, den ich jedem weiter empfehlen kann! :)
Nun nähern wir uns dem Toten Meer und dem geheiligten Land Israel. Ich kann es kaum erwarten meine aufgeschürften Beine ins salzige Nass zu manövrieren!
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juli
Übern' Tisch gezogen hat mich der Hassan Fathi Abu! Läppische 340 JOD (Jordanische Dinir) ist der 500€ Schein noch wert, wie könnte es nur soweit kommen? Als ich mit der britischen Maschine sicher den Flughafen Ammans ansteuerte, war meine erste Handlungstat in Besitz jordanischer Währung zu gelangen, prangerte mir am Zoll schon in Fettschrift "Visum - 40 JOD" entgegen. Hassan lachte sich im Exchange-Büro bereits ins Fäustchen, als ich mit entsetztem Blick den Währungskurs in Augenschein nahm. Weitere 20 Dinirs zog er großzügig als seinen Lohn ab und als Visum- und Taxikosten noch auf die Portokasse schlugen, sah ich mich bereits an Tag 1 im finanziellen Ruin! Das Hotel konnte mich jedoch wieder positiv stimmen, als ich mein großzügig ausgebautes Luxuszimmer erkundete, welches über einen begehbaren Kleiderschrank verfügte und eine Badewanne mit Blick auf Amman offerierte. Nun gut!
Am nächsten Morgen fing ich an meine nähere Umgebung zu erkundschaften. Laut TripAdvisor sollten in der nahegelegenen 'Rainbow Street' Unmengen an Märkten und top-bewerteten Restaurants zu finden sein. Doch zu meiner Verwunderung war es fast totenstill auf den Straßen Ammans. Kein Geschreie, kein Markttreiben, verschlossene Ladenlokale, kaum Autoverkehr - ich glaubte mich schon in Ghosttown Dillenburg zu befinden. Mir war dies alles suspekt. Hallo, es war Freitag! Und meines Wissens nach auch kein Feiertag. Der ganze Ort vermittelte den Eindruck einer ausgestorbenen Stadt. Dreck und Müll, zerbrochene Fenster, herumstreunende und halbverweste Katzen, stinkende Gassen und kein Laut zu vernehmen. Mir wurde es schon ein wenig komisch zumute, bis ich plötzlich zu einer Mauer kam und Lautstärke in weiter Ferne vernahm. Als ich über die Mauer blickte, erstreckte sich vor mir die Downtown Ammans und mit ihr alles was ich von einer arabischen Stadt erwarten kann. Lauthalses Geschreie, hupende Autos, orientalische Klänge. Ich war einfach viel zu weit oben gewesen, der eigentliche Kern der Stadt befindet sich in einer Art Kuhle, die von sieben Hügeln umgeben wird. Nun wollte ich es aber wissen und begab mich auf direktem Weg ins Gewühl. Hierzu musste ich mich jedoch einige steile Treppen hinunter begeben, die mich an Häuserfassaden und schlecht riechenden Abflüssen vorbei führten. Unten angelangt fühlte ich mich nun richtig angekommen. Ein Meer aus Shisha-Läden eröffnete sich vor mir, dessen liebliche Gerüche mich den Gestank von Abfluss vergessen ließen. Ähnlich wie in Vietnam reihte sich ein offenes Ladensystem nach dem anderen auf. Tausende Markisenhändler, Teppich- und Matratzenverkäufer, Waffen und Munition und unendlich viele Personen, die Vogelkästen mit sich trugen. "Wofür auch immer!" dachte ich mir, bis ich die zum Verkauf stehenden Taubenzuchten erblickte. "Na dann, guten Appetit!" Ich lief und lief und wunderte mich immer mehr über die Blicke, die an mir hefteten. Ja, okay ich war der einzige Tourist hier. Und auch die einzige weibliche weiße Person. Und irgendwie auch die einzige Frau, die in kurzen Hosen herumspazierte. War es nun einfach Amateurhaftigkeit sich nicht vorher in den Dresscode einzulesen oder vielleicht doch mutig, auch mal dem muslimischen Volk neue Moden für Temperaturen bei 28 Grad zu präsentieren? Ich weiß es nicht, jedoch wurde es mir nicht zum Nachteil ausgelegt wie ich 1-2 Mal feststellen durfte. Als mein Wasser ausgegangen war, bewegte ich mich in den nächst besten Kiosk um eine neue Flasche zu holen. Jedoch hatte ich nur einen 10 Dinir Schein darzubieten. Der Verkäufer machte mir klar, dass er nicht genügend Wechselgeld hatte und ich wollte schon ausgetrocknet weiter ziehen, da schenkte er mir die Flasche. Einfach so. Gute Menschen hier.
Als ich das bunte Markttreiben verlassen hatte, gelangte ich in einen aufgeräumteren Bereich Ammans. Überall waren Markenläden sichtbar und an jeder größeren Fassade prangerten überdimensionale Samsung Galaxy Note Werbeplakate. Versuchen die nun hier noch mal ihr Produkt an den Mann zu bringen? Oder stimmt der Bericht des Postillion und der IS hat seine Wunderexplosionswaffe entdeckt? Fragen über Fragen, die mich während meines Erkundungstrips weiter bewegten, bis ich plötzlich vor einem römischen Amphitheater erstaunt stehen blieb. "Wo kommt dieses riesen Ding bloß her?" Es war mir bis dato nicht bekannt, dass sich das römische Reich bis hierhin ausgedehnt hatte. Für preiswerte 2 Dinir dürfte ich das Kolosseum betreten und die steilen Stufen dieser antiken Stätte erklimmen. Oben angekommen setzte mir meine Höhenangst schwer zu, doch musste ich zugleich hochprofessionell wirken. Eine Reihe jordanische Jugendlicher hatte sich zu einer Selfie-Session mit mir eingefunden. Der Star des Amphitheaters war somit klar und ich improvisierte in meiner neuen V.I.P.-Rolle tadellos. Als hätte ich nie etwas anders getan.
Am Abend war es nun endlich soweit meine GAdventure Gruppe kennenzulernen. Mit meiner Zimmergenossin Claire aus Irland hatte ich bereits Bekanntschaft geschlossen, hinzu kamen Holländer, Dänen, Briten, Belgier und ein Vin Diesel Verschnitt aus Kanada. Mit der lokalen Spezialität Falaffeln und einer Shisha-Runde beschlossen wir den Abend. Als ich Tourguide Abraham auf seine Einstellung zum Islam ansprach, teilte er mir unter Anwendung des Bieröffners mit: "I try to be a good muslim.. but i'm a bad muslim. Cheers!" Merke: in arabischen Ländern findet man keinen Alkohol auf Speisekarten. Und Freitag ist übrigens der arabische Sonntag. Morgens Stille, abends Halligalli. Wie werde mich in diesem System nur zurecht finden?
Am nächsten Morgen fing ich an meine nähere Umgebung zu erkundschaften. Laut TripAdvisor sollten in der nahegelegenen 'Rainbow Street' Unmengen an Märkten und top-bewerteten Restaurants zu finden sein. Doch zu meiner Verwunderung war es fast totenstill auf den Straßen Ammans. Kein Geschreie, kein Markttreiben, verschlossene Ladenlokale, kaum Autoverkehr - ich glaubte mich schon in Ghosttown Dillenburg zu befinden. Mir war dies alles suspekt. Hallo, es war Freitag! Und meines Wissens nach auch kein Feiertag. Der ganze Ort vermittelte den Eindruck einer ausgestorbenen Stadt. Dreck und Müll, zerbrochene Fenster, herumstreunende und halbverweste Katzen, stinkende Gassen und kein Laut zu vernehmen. Mir wurde es schon ein wenig komisch zumute, bis ich plötzlich zu einer Mauer kam und Lautstärke in weiter Ferne vernahm. Als ich über die Mauer blickte, erstreckte sich vor mir die Downtown Ammans und mit ihr alles was ich von einer arabischen Stadt erwarten kann. Lauthalses Geschreie, hupende Autos, orientalische Klänge. Ich war einfach viel zu weit oben gewesen, der eigentliche Kern der Stadt befindet sich in einer Art Kuhle, die von sieben Hügeln umgeben wird. Nun wollte ich es aber wissen und begab mich auf direktem Weg ins Gewühl. Hierzu musste ich mich jedoch einige steile Treppen hinunter begeben, die mich an Häuserfassaden und schlecht riechenden Abflüssen vorbei führten. Unten angelangt fühlte ich mich nun richtig angekommen. Ein Meer aus Shisha-Läden eröffnete sich vor mir, dessen liebliche Gerüche mich den Gestank von Abfluss vergessen ließen. Ähnlich wie in Vietnam reihte sich ein offenes Ladensystem nach dem anderen auf. Tausende Markisenhändler, Teppich- und Matratzenverkäufer, Waffen und Munition und unendlich viele Personen, die Vogelkästen mit sich trugen. "Wofür auch immer!" dachte ich mir, bis ich die zum Verkauf stehenden Taubenzuchten erblickte. "Na dann, guten Appetit!" Ich lief und lief und wunderte mich immer mehr über die Blicke, die an mir hefteten. Ja, okay ich war der einzige Tourist hier. Und auch die einzige weibliche weiße Person. Und irgendwie auch die einzige Frau, die in kurzen Hosen herumspazierte. War es nun einfach Amateurhaftigkeit sich nicht vorher in den Dresscode einzulesen oder vielleicht doch mutig, auch mal dem muslimischen Volk neue Moden für Temperaturen bei 28 Grad zu präsentieren? Ich weiß es nicht, jedoch wurde es mir nicht zum Nachteil ausgelegt wie ich 1-2 Mal feststellen durfte. Als mein Wasser ausgegangen war, bewegte ich mich in den nächst besten Kiosk um eine neue Flasche zu holen. Jedoch hatte ich nur einen 10 Dinir Schein darzubieten. Der Verkäufer machte mir klar, dass er nicht genügend Wechselgeld hatte und ich wollte schon ausgetrocknet weiter ziehen, da schenkte er mir die Flasche. Einfach so. Gute Menschen hier.
Als ich das bunte Markttreiben verlassen hatte, gelangte ich in einen aufgeräumteren Bereich Ammans. Überall waren Markenläden sichtbar und an jeder größeren Fassade prangerten überdimensionale Samsung Galaxy Note Werbeplakate. Versuchen die nun hier noch mal ihr Produkt an den Mann zu bringen? Oder stimmt der Bericht des Postillion und der IS hat seine Wunderexplosionswaffe entdeckt? Fragen über Fragen, die mich während meines Erkundungstrips weiter bewegten, bis ich plötzlich vor einem römischen Amphitheater erstaunt stehen blieb. "Wo kommt dieses riesen Ding bloß her?" Es war mir bis dato nicht bekannt, dass sich das römische Reich bis hierhin ausgedehnt hatte. Für preiswerte 2 Dinir dürfte ich das Kolosseum betreten und die steilen Stufen dieser antiken Stätte erklimmen. Oben angekommen setzte mir meine Höhenangst schwer zu, doch musste ich zugleich hochprofessionell wirken. Eine Reihe jordanische Jugendlicher hatte sich zu einer Selfie-Session mit mir eingefunden. Der Star des Amphitheaters war somit klar und ich improvisierte in meiner neuen V.I.P.-Rolle tadellos. Als hätte ich nie etwas anders getan.
Am Abend war es nun endlich soweit meine GAdventure Gruppe kennenzulernen. Mit meiner Zimmergenossin Claire aus Irland hatte ich bereits Bekanntschaft geschlossen, hinzu kamen Holländer, Dänen, Briten, Belgier und ein Vin Diesel Verschnitt aus Kanada. Mit der lokalen Spezialität Falaffeln und einer Shisha-Runde beschlossen wir den Abend. Als ich Tourguide Abraham auf seine Einstellung zum Islam ansprach, teilte er mir unter Anwendung des Bieröffners mit: "I try to be a good muslim.. but i'm a bad muslim. Cheers!" Merke: in arabischen Ländern findet man keinen Alkohol auf Speisekarten. Und Freitag ist übrigens der arabische Sonntag. Morgens Stille, abends Halligalli. Wie werde mich in diesem System nur zurecht finden?
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juli
Erstmalig nehme ich das Angebot des Auswärtigen Amtes wahr und registriere mich - rein prophelaktisch natürlich - auf der Krisenvorsorgeliste der deutschen Botschaft in Amman. "Warum eigentlich?" frage ich mich, wurde doch letzte Woche noch der jordanische König Abdullah mit dem westfälischen Friedenspreis in Münster ausgezeichnet und befindet sich quasi zeitgleich die deutsche Damen U17-Nationalmannschaft mit mir in Jordanien um die dortige WM zu bestreiten. Mehr Sicherheit geht doch eigentlich gar nicht. Wären da nicht apokalyptische Nachrichtenformate, die mich tagtäglich mit Schlagzeilen verunsichern und mir den 3. Weltkrieg offerieren, der sich im Nachbarland Syrien bereits im Testmodus befindet.
Der Nahe Osten klingt vielleicht nicht gerade nach einem der attraktivsten Reisziele in diesen Tagen, doch erörtere ich die Reisebeschreibung noch mal im Detail, so fällt mir wieder ein warum ich Jordanien als mein nächstes Abenteuer gebucht habe. Nach Landung und Akklimatisierung in der Hauptstadt Amman, wird die Weiterreise in ein Naturschutzgebiet im Norden des Landes gehen. Ist die Erkundung dort abgeschlossen führt der Weg weiter ans Tote Meer, wo sich im Abseilmodus und Canyoning-Style weiter bewegt werden darf. Es folgt Haut-Wellness im salzigen Nass des Toten Meeres, bis es dann weiter in kulturelle Welten der berühmten Felsenstadt Petra geht. Zum Abschluss des Trips dringen wir tief in die Wüste Wadi Rums ein und werden dort unter Sternenhimmel übernachten. Endstation ist erneut Hauptstadt Amman, von der es schlussendlich via London zurück nach good old Heimat geht.
Das einzige was mich tatsächlich vor meiner Reise beunruhigt, ist meine überaus schlechte Vorbreitung. Ich bin weder im Besitz jordanischer Währung, noch verfüge ich über ein gültiges Visum. Die Worte meiner Sparkassen-Fachfrau waren lediglich ein entsetztes "Wo wollen Sie hin? Die exotische Währung holen Sie sich besser mal vor-Ort." Und ein klares Urteil zur Visumführung konnte ich auch auf keiner Seite erlesen, weshalb ich mir dieses nun auch direkt am Flughafen besorgen werde. Wird sicherlich ganz easy. Was war noch mal Landessprache? Arabisch. Läuft.
Ein letzter Blick auf sprachenlernen24.de lässt mich erkennen, dass ich mit der hiesigen Symbolik jetzt schon verloren bin und mich mit viel "Salem Aleikum" (Der Friede sei mit euch) durchs Land schlagen werde. Ansonsten blicke ich sehnsüchtig Temperaturhighlights von 25 - 28 C°entgegen, die mich hoffentlich aktuelle Gefrierschrankgefühle für ein paar Tage vergessen lassen werden.
In diesem Sinne, auf ins unbekannte Morgenland! Dem Mutigen gehört die Welt :)
Der Nahe Osten klingt vielleicht nicht gerade nach einem der attraktivsten Reisziele in diesen Tagen, doch erörtere ich die Reisebeschreibung noch mal im Detail, so fällt mir wieder ein warum ich Jordanien als mein nächstes Abenteuer gebucht habe. Nach Landung und Akklimatisierung in der Hauptstadt Amman, wird die Weiterreise in ein Naturschutzgebiet im Norden des Landes gehen. Ist die Erkundung dort abgeschlossen führt der Weg weiter ans Tote Meer, wo sich im Abseilmodus und Canyoning-Style weiter bewegt werden darf. Es folgt Haut-Wellness im salzigen Nass des Toten Meeres, bis es dann weiter in kulturelle Welten der berühmten Felsenstadt Petra geht. Zum Abschluss des Trips dringen wir tief in die Wüste Wadi Rums ein und werden dort unter Sternenhimmel übernachten. Endstation ist erneut Hauptstadt Amman, von der es schlussendlich via London zurück nach good old Heimat geht.
Das einzige was mich tatsächlich vor meiner Reise beunruhigt, ist meine überaus schlechte Vorbreitung. Ich bin weder im Besitz jordanischer Währung, noch verfüge ich über ein gültiges Visum. Die Worte meiner Sparkassen-Fachfrau waren lediglich ein entsetztes "Wo wollen Sie hin? Die exotische Währung holen Sie sich besser mal vor-Ort." Und ein klares Urteil zur Visumführung konnte ich auch auf keiner Seite erlesen, weshalb ich mir dieses nun auch direkt am Flughafen besorgen werde. Wird sicherlich ganz easy. Was war noch mal Landessprache? Arabisch. Läuft.
Ein letzter Blick auf sprachenlernen24.de lässt mich erkennen, dass ich mit der hiesigen Symbolik jetzt schon verloren bin und mich mit viel "Salem Aleikum" (Der Friede sei mit euch) durchs Land schlagen werde. Ansonsten blicke ich sehnsüchtig Temperaturhighlights von 25 - 28 C°entgegen, die mich hoffentlich aktuelle Gefrierschrankgefühle für ein paar Tage vergessen lassen werden.
In diesem Sinne, auf ins unbekannte Morgenland! Dem Mutigen gehört die Welt :)
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juli
Jordanien empfängt weit mehr Flüchtlinge als Deutschland, doch Proteste
gibt es keine. Wer lernen will, was Menschenliebe bedeutet, schaue sich
den Umgang mit Flüchtlingen dort an.
- Steffen Huck, FAZ
Ich stehe noch weit vor meiner Reise, doch je mehr ich mich einlese, desto verwunderte bin ich. Jordanien ist ein echt armes Land. Vor allem an den Basic scheitert es. Wasser. Der einst von Ägyptern gefürchtete Jordan gleicht nunmehr einem Bach. Doch trotz, dass die Bevölkerung mit diesen Engpässen leben muss, hielt es sie nicht davon ab, Flüchtlinge aus Syrien und dem Libanon aufzunehmen. Das sind jetzt auch nicht gerade ewenige, sondern ca. 10% der Gesamtbevölkerung Jordaniens. Also im Verhältnis gesehen ungefähr 9 Millionen mehr als Deutschland aufgenommen hat. Hm, ein Land was nichts hat kann mehr Flüchtlinge aufnehmen als ein reicher Staat in Europa? Verwunderlich. Oder vielleicht auch nicht. Ist es nicht eigentlich fast immer so, dass die, die viel haben Angst bekommen, sie könnten etwas verlieren? Schließlich lebt man auf einem gewissen Niveau. Wenn ich bedenke ich würde nicht mehr arbeiten und Geld verdienen, sondern müsste jetzt noch mal zur Schule gehen oder studieren - wie sollte ich das denn finanziell überleben?! Die Angst vor etwas Neuem oder etwas zur verlieren, wiegt ihn uns schon sehr. Dabei verliert man nicht immer, wenn man etwas gibt. Und manchmal bereichert es sogar. Und diese "Ausländer", die da kommen, hat die eigentlich schon jemand wirklich kennengelernt? Sind die echt wirklich so gefährlich? Vielleicht bin ich Gutmensch und vielleicht bin ich blauäugig, aber von all dem was man jeden Tag liest und hört und was man eingeredet bekommt, erkenne ich vor allen Dingen eins. In einem Wüstenstaat kämpft seit 5 Jahren die halbe Welt. Der Grund ist fragwürdig bis unbekannt und wer auf welcher Seite steht, das ändert sich gefühlt stündlich. Am Ende ist es die zivile Bevölkerung, die das Leid zu tragen hat und verständlicherweise flieht. Und wenn die halbe Welt für diesen Krieg verantwortlich ist, dann kann sie auch Verantwortung für diese Menschen übernehmen. Man kann nicht in jedem x-belibeigem Land einfallen, es zerbomben und zerstören und dann die Konsequenzen von sich weisen. Obwohl? Warum eigentlich nicht? Der barmherzige Nachbar übernimmt ja..
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juli
1,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Keine Jobs. Ressourcenengpässe. - Nein, wir sprechen hier nicht von Deutschland, sondern von Jordanien, dem Nachbarstaat Syriens. Jordanien ist eigentlich ein bisschen cool, es hält sich nämlich aus allem raus. Da wird weder für die Syrer, noch für die Dschihadisten, noch für Türken, Kurden, Russen oder Amerikaner gekämpft. Man ist neutral und das soll im Nahen Osten schon was heißen.
Jordanien hat nur ein kleines Problem. Der Jordan trocknet aus. Und hatte man schon Müh und Not die eigene Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, so wurde es noch ein klein wenig kritischer als 1,2 Millionen Syrer ins Land flüchteten. Denen musste man ja auch Zugang zu Trinkwasser gewähren und mit dem Nötigsten versorgen. Und sollte das noch nicht genug sein, hat Jordanien auch nicht viele nennenswerte Rohstoffe zu bieten. Man lebt also zu einem großen Teil vom Tourismus. Den gibt es aber leider jetzt auch nicht mehr. Ein großes Dankeschön geht hierbei erneut an das Nachbarland Syrien, was mit freundlicher Unterstützung weltlicher Großmächte, ein paar Rebellen, ein paar Dschihadisten und Kurden diesen zunichte gemachte haben. Tourismus im Nahen Osten? Das war einmal.
Und dabei hat Jordanien doch so viel zu bieten. Allem voran das Tote Meer, die verlassene Felsenstadt Petra, das Wüstengebiet Wadi Rum und jede Menge Active-Outdoor-Erlebnisse, haben dieses Land stets zu einem attraktiven Reiseziel gemacht. Schon seit einer ganzen Weile haderte ich mit mir, nicht doch einen Trip in diesen, noch unentdeckten Kulturkreis, anzutreten. 30 Jahre Frieden und nur ein Terroranschlag im Jahr 2005 sollten Überzeugung genug sein, dass die Schweiz des Nahen Ostens, kein größeres Risiko, als jede andere europäische Großstadt oder Bahnfahrt, ist. Ob mich nun letztlich die Mitleid erregende NDR-Dokumentation "Jordanien: Angst vor Terror vertreibt Touristen" zur Buchung bewogen hat oder ob es doch der blau leuchtende "on Sale"-Button auf der "Jordan Active Tour for 8 days" war, kann ich nicht mehr genau sagen. Fakt ist: Im Oktober werde ich die Reise nach Amman antreten und mir vor-Ort ein tatsächliches Bild der Sachlage verschaffen.
In diesem Sinne As-salamu-aleikum!
Jordanien hat nur ein kleines Problem. Der Jordan trocknet aus. Und hatte man schon Müh und Not die eigene Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, so wurde es noch ein klein wenig kritischer als 1,2 Millionen Syrer ins Land flüchteten. Denen musste man ja auch Zugang zu Trinkwasser gewähren und mit dem Nötigsten versorgen. Und sollte das noch nicht genug sein, hat Jordanien auch nicht viele nennenswerte Rohstoffe zu bieten. Man lebt also zu einem großen Teil vom Tourismus. Den gibt es aber leider jetzt auch nicht mehr. Ein großes Dankeschön geht hierbei erneut an das Nachbarland Syrien, was mit freundlicher Unterstützung weltlicher Großmächte, ein paar Rebellen, ein paar Dschihadisten und Kurden diesen zunichte gemachte haben. Tourismus im Nahen Osten? Das war einmal.
Und dabei hat Jordanien doch so viel zu bieten. Allem voran das Tote Meer, die verlassene Felsenstadt Petra, das Wüstengebiet Wadi Rum und jede Menge Active-Outdoor-Erlebnisse, haben dieses Land stets zu einem attraktiven Reiseziel gemacht. Schon seit einer ganzen Weile haderte ich mit mir, nicht doch einen Trip in diesen, noch unentdeckten Kulturkreis, anzutreten. 30 Jahre Frieden und nur ein Terroranschlag im Jahr 2005 sollten Überzeugung genug sein, dass die Schweiz des Nahen Ostens, kein größeres Risiko, als jede andere europäische Großstadt oder Bahnfahrt, ist. Ob mich nun letztlich die Mitleid erregende NDR-Dokumentation "Jordanien: Angst vor Terror vertreibt Touristen" zur Buchung bewogen hat oder ob es doch der blau leuchtende "on Sale"-Button auf der "Jordan Active Tour for 8 days" war, kann ich nicht mehr genau sagen. Fakt ist: Im Oktober werde ich die Reise nach Amman antreten und mir vor-Ort ein tatsächliches Bild der Sachlage verschaffen.
In diesem Sinne As-salamu-aleikum!
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juli
..Palma De Mallorca Leben, Lieben, Träumen auf Mallorca.
Palma De Mallorca Insel dort im Wind.
Palma De Mallorca wo wir glücklich sind.
Palma De Mallorca Lichterglanz beim Wein
Palma De Mallorca lädt uns alle ein.
Palma De Mallorca Insel dort im Wind.
Palma De Mallorca wo wir glücklich sind.
Palma De Mallorca Lichterglanz beim Wein
Palma De Mallorca lädt uns alle ein.
"Leute, gleich gibt's die Fracht!" warnte becks bei Anflug der mallorquinischen Hauptstadt Palma, die bei blendender Nachmittagssonne unter uns erschien. Wenige Stunden vorher bewegten wir uns noch in winterlichen Eisgefilden (kurz: Deutschland) und sollten sogleich einer Wand von 33°C gegenüberstehen. Aufgeregt und voller Vorfreude entwichen wir der guten alten Germanwings Maschine, die uns im BlindBooking-Modus an das Alternativ-Urlaubsziel Mallorca verfrachtete, welches wir zugleich in Augenschein nahmen. Resi und Löön hatten diesen deutschen Außenposten bereits mehrfach besucht, für becks und mich sollte es jedoch Premiere sein. Viel hatte man schon von dieser sagenumwobenen Saison-Abschluss-Insel gehört und auch visuelle Medien dem ein oder anderen Social-Mediabeitrag entnommen. Und nicht zuletzt diverse lyrischen Musikbeiträge zu vergessen, die uns stets durch Siege wie Niederlagen begleitet hatten.
Doch unsere Illusionen sollten just genommen werden. Das automatische Personenleitsystem nach El Arenal war am Flughafen kaum kenntlich gemacht, genau genommen: nicht vorhanden. Auch das erwartete Schlagermedley, mit welchem wir dachten noch am Terminal begrüßt zu werden, blieb aus. Welch eine Enttäuschung! Egal, unser Endziel sollte eh das 20 Kilometer entfernte Santa Ponça werden, was vorzugsweise von Briten und Iren hochfrequentiert wird und zudem Geburtsstätte des Cafés Daniela Katzenberger ist. Mit dem Taxi gelangten wir zu unserem Apartment, welches über eine Küche, einen Balkon und eine fahrbare Schlafcouch verfügte, die sich Löön zugleich unter den Nagel riss. Eigentlich sollte unsere erste Amtshandlung, nach Bezug des Etablissements, der Weg zum Strand sein, doch wie soft fanden wir uns zunächst zwischen Toastbrot, Marmelade und löslichem Kaffee ein, konnte der Fauxpas eines nicht vorhandenen Frühstücks für den folgenden Morgen nicht riskiert werden! 3 Tragetaschen und eine 50er-Packung Zuckersticks später (merke: der Aufenthalt beläuft sich auf 3 1/2 Tage), folgte der Aktionspunkt Abendessen, während unser schöner Sandstrand weiter in die Ferne rückte. Ein leckerer Schwertfisch zierte mein Porzellan, Nudeln, Salat und Pizza vervollständigten den Tisch, dicht gefolgt von einem mallorquinischen Pfirsichschnaps und zwei Espressos, die uns noch lange im Gedächtnis bleiben sollten. "Leute, jetzt wird's aber frisch!" stellten becks und ich etwa zeitgleich fest, als wir um 22 Uhr bei Tiefsttemperaturen von 26°C Richtung Strand marschierten. Der Abend klang im Sonnenuntergang und Lichtermeer an der Strandbucht aus, welcher von minütlichen Hinweisen "Leute, morgen nehmen wir aber die Strickjacke mit zum Strand. Ich hol mir hier ja noch den Tod!" untermalt wurden.
Nach einem ausgiebigen Frühstücksmahl, belief sich der nächste Tag auf Drehen und Wenden am Sandstrand. Resi und Löön, die in der 33°C wohl temperierten Sonne kaum Luft zum Atmen fanden, konnten sich lediglich an den völlig deplatzierten Kommentaren "Jetzt isses mir aber frisch" "Leute, hier ist mir zu kalt, ich geh wieder ausm Wasser" und "Ich bleib unter Wasser, draußen erfrier ich", erlaben, die wahlweise von becks oder mir eingeworfen wurden. Auch die Strandvertriebler sorgten sporadisch für Stimmung, wenn mal wieder für "Melon, Bananas und Massage" lautstark akquiriert wurde. Am Ende eines anstrengenden Strandtages, fanden wir uns im Sonnenuntergangsambiente eines vorzüglichen spanischen Lokals ein, welches hervorragenden Wein und Tapas zu bieten hatte. Als wir dem Kellner unsere 6 auserwählten Tapasgerichte vortrugen, die wie gemeinsam zu verspeisen gedachten und hierbei schon mal die Anfrage stellten, ob die Auswahl auch ausreichend sei, blickte Fernando schon etwas misstrauisch drein. Er unterschätzte wohl unsere Essenskünste, die an diesem Abend von allen Beteiligten auf Hochtouren liefen. Kaum hatte er die Aioli Produkte, sowie das Scampi Arrangement geliefert, war das feine Geschirr auch leergeputzt. Wir orderten sogleich einen Refill, als der Kellner schon seine Felle davon schwimmen sah. Löön musterte noch einmal die Salatdekoration, als sie diese kurz entschlossen Richtung Mund führte. "Was machen wir eigentlich, wenn wir die Küche leergefegt haben?" stellte sie die berechtigte Frage, während der Kellner nochmals seine Lieferkette prüfte, die nur im Schildkrötenmodus mit der Auslieferung nach sich kam. Mit vollgefülltem Magen planten wir das Programm für den folgenden Tag: "Strand, Shopping, El Arenal!". Buenas noches :)
Im Anblick von Danis Backwarenauslage wurden wir am nächsten Morgen kläglich enttäuscht. Brötchen, Baguette, Croissants, nein,- nicht einmal mal ein gutes altes Bauernbrot konnte die deutsche Y-Prominenz bieten. Lediglich zwei Torten, neonfarbene Kleidungsstücke und eine vergilbte Ballermann Hits Scheibe war in der Auslage anzufinden. "Dani, das üben wir noch mal!" bemerkte becks in Richtung Katzenberger Cafè, als wir uns einem anliegenden, gut sortierten Supermarkt hingaben, der uns eine annehmbare Backwarenauswahl zu bieten hatte. Nach einem weiteren Tag am Strand machten wir uns gegen Spätnachmittag mit dem Bus nach Palma, hatte sich becks doch schon seit Wochen auf die spanische Zara-Modekollektion eingeschossen, die dort vorzufinden sein sollte. Wir erreichten das Zentrum und passierten mit Müh und Not die historische Kathedrale, welche zum neuen Virtual-Mekka der Smartphone-Besitzer aufgestiegen ist, hatten sich hier, allem Anschein nach, eine Pokemon-Arena, sowie anliegende Pokestops etabliert.
Anders als erwartet überzeugte Palma mit einer historischen Altstadt, verwinkelten kleinen Gässchen, Boutiquen und versteckten Keller-Restaurants. Die Suche nach der Zara-Modefiliale entwickelte sich zu einem echten Labyrinthgang, hatte man doch das Gefühl ständig in eine neue Gasse zu gelangen und sich immer weiter der Shoppingmeile zu entfernen. Schlussendlich fanden wir doch noch die Zielgerade zum Ladenlokal, in dem sich becks tatsächlich ein (!) Modeteil zulegte. Das wars. Aus die Maus. Getrieben vom Hunger mussten jegliche weitere Shopping-Adventures zunichte gemacht werden. "Du bist nicht du, wenn du hungrig bist" stand es Löön förmlich im Gesicht geschrieben. Wir fanden uns zu einer Paella-Pfanne auf der Plaza ein und hier wurde ein weiterer Traum zunichte gemacht. Der Weg nach El Arenal sollte sich zu fortgeschrittener Uhrzeit als nicht mehr rentabel zeigen. Noch schlimmer: der Express-Bus nach Santa Poncas hatte bereits Dienstschluss und so musste die Fahrt durch jegliche Kuhkäffer Mallorcas in Kauf genommen werden. Eine furchtbares Gekurve. Und El Arenal in weiter Ferne. "Morgen Leute, morgen fahren wir dort hin."
Nach dem Ausschecken am nächsten Morgen fanden wir uns am Busbahnhof ein. Zu meiner Freude erwies sich die Schlange als dermaßen lang, dass wir zum Taxistand überwechselten. Auch hier reihte sich der Konvoi bis zum Bistro "Der König von Deutschland". Nachdem wir auch telefonisch kein Taxi erreichten, ergab die Nachfrage folgendes: "Ja, das ist hier immer so, wenn es draußen so ausschaut" und die Kellnerin zeigte in Richtung trübes und bewölktes Wetter über Mallorca. "Dann bricht das ganze Verkehrsnetz hier zusammen. Alle wollen nach Palma". In diesem Moment schmiss sich eine Frau mit zwei Koffern vor das einfahrende Taxi, auf welches bereits 50 Personen wartend in der Schlange schielten. "Ich muss zum Flughafen! Airport! Airport!" Unter den zornigen Augen und zähnefletschenden Mundpartien der Wartenden, nahm der Taxifahrer die Kofferbeladene Frau in sein Taxi auf. "Airport and Emergency have priority" entschuldigte er die vordrängelnde Frau und düste im selben Moment von dannen. Schlagartig blickten meine Mitreisenden und ich auf unsere Koffer. Planänderung: Wir fahren erst zum Flughafen. Und dann nach El Arenal.
Es dauerte weitere 1 1/2 Stunden bis wir ein Taxi ergatterden, war unser Plan mit dem Koffer-Aiport-Trick in Gänze gescheitert. Der wutentbrannte Mann auf Position 5 der Warteschlange hatte uns mehrfach beim Einfahren des Taxis zurückgepfiffen und Drohungen ausgesprochen, sollten wir uns es herausnehmen vor ihm einzusteigen. Um einer sich anbahnenden Schlägerei aus dem Weg zu gehen (heutzutage kann sich daraus so einiges entwickeln..), blieben wir also ordnungsgemäß in Reih und Glied stehen und erreichten gegen 14 Uhr den Flughafen. Ein Zeitfenster von einer weiteren halben Stunde verging bis endlich der Linienbus 21 eintrudelte und uns nach El Arenal beförderte. Wir wurden nicht enttäuscht. Es war genauso wie wir es uns immer vorgestellt hatten. Endlich mal ein Cliche was sich bestätigen konnte. Sauftourismus, primitiv, einfache Liedtexte, neonfarbene Kleidung, billiges Bier, 1 Liter Wodka Lemon für 13,50€ + Bierkönig T-Shirt - und das um 14:30 Uhr - Willkommen auf Malle!
"So Leute, gleich gibt's die Fracht!" warnte becks bei Anflug des Düsseldorfer Flughafens um 22:30 Uhr, als Löön ihr Hose bereits angezippt, Resi ihr Leggins übergestreift und ich meinen Sweater und Taschenwärmer zum Vorschein gebracht hatte. Die gute alte deutsche Ordnung hatte uns wieder. Punkt 22:31 Uhr manövrierte uns der Shuttle-Service zum Parkplatz und um Punkt 00:01 Uhr erreichten wir das Lahn-Dill-Bergland. Hier funktioniert noch der öffentliche Nahverkehr, sowie Autobahnstraßennetze! Und dennoch bleibt festzuhalten:
* Mallorca ist nicht gleich Malle und umgekehrt
* Auch bei 33°C kann es ganz schön frisch am Meer werden
* Brot mit Aioli geht über alles! --- auch über fettige Pommes?
* In Mallorca gibt es noch einiges zu erkunden (den Norden, die geheimen Buchten, 2 noch unentdeckte Zara Boutiquen)
* Gallopa hätte man fangen können
* Palma *clap*clap*clap* Palma, Palma der Mallorca..
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Mallorca,
Spanien
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