Ich packe meinen Backpack und nehme mit…

// Gastbeitrag von löön alias Eileen, die mit mir durch Vietnam touren wird.

„…ehm, Juli? Gibt’s da irgendwie ein System beim Backpack packen? Ich hab mit so einem Teil noch nie Urlaub gemacht!“. Nach meinen Strand- und Erholungsurlauben in den vergangenen Jahren, ließ ich mir für den Aktivurlaub in Vietnam zu einem Backpack durch Globetrotter Hecker raten, die schon mehrere solcher Reisen auf ihrer Weltkarte zu verzeichnen hat. Seit der Schweden-Rundreise letztes Jahr bin ich nun auch endlich auf den Geschmack gekommen und will mir in den nächsten Jahren die Welt ein bisschen weitläufiger ansehen - über Strandurlaube können wir dann vielleicht in 10 Jahren wieder sprechen :) .

„Oh man Löön, wo geht die Zeit nur hin? Man kommt ja zu nix! Nur noch 21 Tage und wir haben uns noch keinerlei Gedanken über vietnamspezifische Packutensilien gemacht! Ich seh‘ uns schon völlig überraschend und unvorbereitet im Flieger sitzen…“, so Juli vor ein paar Tagen nach einem stressigen Arbeitstag und vollgepackten Programm nach Feierabend. Nun ja, die vierwöchige Impfsession haben wir nun kürzlich über die Bühne gebracht und sind zumindest gesundheitsprophylaktisch bestens auf Vietnam vorbereitet. Danke an dieser Stelle an Becks für das Rund-um-Sorglos-Paket!

Derweil durchforste ich das Internet und mache mich über den vietnamesischen Dong, den Währungsumtausch und seinen Wechselkurs schlau (1 Euro ~ 23.500 Dong O_o). Bei den meisten Banken hierzudorfe kann man good old Euro weder in VND umtauschen noch bestellen und es wird dazu geraten, die Landeswährung direkt vor Ort an Geldautomaten via VISA abzuheben.

Die Fragen häufen sich und ich lande gedanklich wieder bei diesem aus überwiegend Reißverschlüssen und Gurten bestehendem Stück Nylon, der noch in der Ecke stehend darauf wartet, bis zum Rand vollgepackt zu werden… rollt man die Klamotten besser oder faltet sie sorgfältig wie im Kleiderschrank? Zerknittert das nicht alles in so einem Riesenrucksack? Just finde ich mich in den Weiten des Internets, der Google Suchfunktion und zahlreichen Blogs von Urlaubern wieder, die mit Gleichgesinnten Pack- und Checklisten teilen und ihnen ihre Tipps & Tricks offerieren. Und wie war das gleich noch mit dieser „Activewear“? Juli ist mir da wohl einige Längen voraus, was Kleidungsstücke im favorisierten „Zip“-Modus angeht und wird mich außerdem in den nächsten Tagen sicher noch in Sachen Reisegepäckaufbewahrung anlernen :) .

Zu guter Letzt noch ein Blick auf die aktuelle Wetterlage: was zeigen eigentlich die Thermometer in diesen Tagen in Saigon (Süden) oder Hanoi (Norden) an? Ein Besuch auf wetter.de verrät: Saigon meldet derzeit sonnige 34°C und im Norden Vietnams ist’s heiter bis wolkig bei 29°C. Ob wir unter den Bedingungen überhaupt noch anzippen müssen :)?


Bild Credit: Die Bilder entstammen der Zeitschrift Brigitte, sowie dem Travelmagazin travelworks.de
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Have a safe flight.

Flugzeugabsturz in den Alpen. 150 Tote. Ich lese von einer Schulklasse und 2 Lehrerinnen, die im Flieger saßen. Von einer Journalistin, die diesen Flug gebucht, sich aber kurzfristig für eine Maschine später entschieden hatte. Von einer 33-jährigen Opernsängerin, die mit Ehemann und Baby an Bord war. Und dann lese ich den Beitrag einer Reisebekannten, die selbst Flugbegleiterin ist:

This is why "have a safe flight" means so much.
You might lose your loved ones in just a minute."

Meine Gedanken sind bei den Angehörigen dieses Unglücks. Es ist unvorstellbar, lähmend und unfassbar, wenn ein geliebter Mensch so plötzlich und tragisch aus dem Leben verschwindet. Ausnahmesituation.

Und es zeigt uns einmal mehr, wie wenig Einfluss wir auf das haben was passiert. Wie dankbar wir für jeden Tag sein können. Und dass es nicht nur eine lapidare Phrase ist, wenn wir einen "sicheren Flug", eine "gute Fahrt" oder ein "Pass auf dich auf" wünschen. Es bedeutet so viel mehr.

In diesem Sinne, euch allen eine gute Reise und passt auf euch auf.




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Dein Weg, dein Abenteuer!

"Ihr seid doch verrückt!" entgegnete uns raphi, als wir ihn in unser altbewährten Stammkneipe, am Bistrotisch mit Archivfunktion, über unsere Reisepläne in Kenntnis setzten. löön und ich schauten uns zugleich grinsend an, hatten wir dieses Statement bereits mehrfach in diversen Ausformulierungen als erste Reaktion auf unser exotisches Reiseziel vernommen. Kein Wunder, kennt man hierzulande Vietnam lediglich aus Antikriegsfilmen wie "Full Metal Jacket", "Die durch die Hölle gehen" und "Apokalypse Now". Auch nach diversen Recherchearbeiten konnte ich keinen Kinokracher des Genres Liebesdrama, Animationsfilm oder Popcornunterhaltung ausfindig machen, welcher über Vietnam handelt oder sich in diesem Land zuträgt. Eine Erkenntnis die raphi nicht viel glücklicher stimmte und ihn dazu veranlasste uns noch mal ins Gewissen zu reden. Doch auch seine Alternativvorschläge den Südostasientrip gegen einen Skiurlaub in europäischen Gebirgsgefilden einzutauschen oder altbewährte Inselgruppen im Mittelmeer oder Atlantik anzusteuern konnte uns nicht umstimmen. "raphi, wir haben doch jetzt schon die erste Ration Impfstoffe intus, die müssen sich doch jetzt auch mal bezahlt machen." erwiderte ich. "Außerdem müssen viel mehr Grenzen überschritten und große Unbekannte erkundet werden. Wer weiß denn schon was uns da draußen noch alles erwartet und was für Abenteuer uns noch so bevor stehen. Explore and discover! Es ist deine kleine feine Welt :)


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Liebe Krankenkasse...

Dass der März  rote Zahlen schreiben würde, war uns bereits bewusst. Dass wir uns jedoch in den finanziellen Ruin stürzen würden, war uns ist bis dato noch unklar. Im Schnappatmungszustand nahmen wird den Apotheken-Beleg zur Kenntnis und suchten vergebens nach eines vermeintlich falsch gesetzten Kommazeichens. Doch als auch die digitale Kassenanzeige den Betrag von 186,19 € in neon-grünen Blocksatzzeichen präsentierte, bestätigte sich die ungeahnte Kostenfalle. "Du lieber Himmel!" Zugleich recherchierten wir auf tropenberatung.de, ob dies denn alles rechtens und solch Impfeingreifen überhaupt notwendens ist. Doch auch hier bestätigten sich unsere größten Befürchtungen.

Als letzten Hoffnungshalm klammerten wir uns an die gute alte Krankenkasse. löön konnte hierbei sofortige Erfolge erzielen und bekam von ihrer technisch versierten KK sogleich die frohe Kunde alle anfallenden Impfkosten ersetzt zu bekommen. Jedoch stellte sich meine KK quer, was mich dazu bewog ein freundliches Schreiben aufzusetzen. Ich merke kurz an, dass dieses Schreiben von meiner Korrekturleserin sogleich ad acta gelegt wurde und ich zu einem sachlichen und fordernden Schriftstück beraten wurde.

Ich möchte meinen Ursprungstext, euch lieben Lesern, jedoch nicht vor enthalten:

Sehr geehrtes KK-Team,

gerne würde ich ihnen kurz mein Anliegen vortragen, denn Sie haben bestimmt eine Menge dieser Formalitäten auf dem Tisch liegen und nicht viel Zeit, dass alles ab zu arbeiten. Wie Sie anhand meiner Unterlagen vielleicht schon erkennen konnten, möchte ich dieses Jahr nach Vietnam verreisen. Und da ich nicht blauäugig diese Reise antreten wollte um womöglich eine schlimme Infektionskrankheit mit nach Deutschland einzuschleppen, die am Ende noch für viel Geld in guten, jedoch teuren Krankhäusern unseres Landes behandelt werden muss, habe ich meinen Hausarzt aufgesucht, der mir die empfohlenen Impfungen Typhus, Tollwut und japan. Enzephalities ans Herz legte. Nun möchten Sie vielleicht schon vorab Veto einlegen: „Moment! Da fehlt aber doch die ganze Hepatitis Reihe“ – Keine Sorge, diese habe ich schon aus eigener Tasche bezahlt, als ich nach Peru gereist bin.

Da ich dieses Mal aber wirklich etwas überrascht über den recht hohen Betrag im Angesicht von 14 Tagen Reise bin, ersuche ich hiermit Ihre Unterstützung die Hälfte dieses überdimensionalen Kostenpunktes zu übernehmen. Dies würde ich mich wirklich sehr erfreuen, bin ich doch eine langjähriger Kundin ihres Unternehmen und mit unserer geschäftlichen Beziehung auch immer sehr zufrieden gewesen. Gerne möchte ich mich auch erkenntlich zeigen und Ihnen eine Postkarte aus Vietnam zusenden und in meinem Reiseblog, der immer gern gelesen wird, positiv über meine Krankenkasse berichten (Social  Media Werbung, Sie wissen schon ;-)).

Über eine positive Antwort wäre ich Ihnen sehr verbunden und verbleibe mit besten Grüßen!



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All you can impf..

Mit unglaubwürdigen Blicken nahmen löön und ich Seite 44 des schlauen Reisemedizinhandbuches in Augenschein als uns becks die empfohlenen Impfschutzmaßnahmen für Vietnam präsentierte. Da tauchten nicht nur unsere altbekannten Widersacher Tetanus bis Diphterie auf, - nein auch längst verdrängte Infektionen wie Tollwut und Typhus nahmen noch einmal Platz ein, sowie der Leber Eliminierer Hepatitis A + B. Als gänzlich unbekannter Vertreter des laienhaften Medizinwissens ragte die Japanische Enzephalitis in der scheinbar unendlichen Liste auf. „Dies meine Freunde ist eine Gehirnentzündung.“ berichtete becks, während sie uns sogleich die vorbereiteten Rezepte, sowie Impf-Handouts unter die Nase hielt und nach der Krankenkassenkarte verlangte. „Oh man, der März wird rote Zahlen schreiben!“ stellte löön fest, als sie innerlich die Apothekenquittung vor sich schweben sah. Noch einmal studierten wir die Reisemedizinbibel der Landarztpraxis Rohrbach bis wir uns unserem Schicksal ergaben. „Es hilft nichts, Vorbeugung und Vorsichtsmaßnahmen sind angesagt.“ Genau diesen Satz rufe ich mir gerade wieder ins Gedächtnis, während ich mit dick Fieber und einer grandiosen Grippeinfektion in heimischen Gefilden daniederliege. Auf welcher Seite war eigentlich goold old Germany zu finden?!







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Wer soll das bezahlen?!

Für die Einreise nach Vietnam gibt es genau zwei Optionen: 1. Du lässt es drauf ankommen. 2. Du investiert Zeit und Geld. Für gewöhnlich bevorzuge ich ja Variante 1, aber - hey -  ich bin ja auch keine 18 mehr und außerdem hab ich den Vegas-Joker schon verbraucht. Außerdem ist der offizielle Weg doch eine gewisse Herausforderung und du verspürst am Ende so was von "Tschaka- we've made it!" Noch halten wir ja noch nicht mal die Bestätigung zum Einreisen in den vietnamesischen Staat in den Händen, aber immerhin sind alle formellen Dinge mittlerweile geklärt, zu Papier und auf die Postreise nach Berlin gebracht. - Wer hätte auch gedacht dass knapp 14 Tage Urlaubs-Aufenthalt auf eurasischem Boden mit so viel Bürokratie verbunden ist?! Da reicht denen nicht die schlichte Bescheinigung über den Besitz eines World-Wide-konformen Reisepasses aus,- nö - die wollen auch noch je zwei Lichtbilder, Angaben zu deinem Aufenthaltsort, Arbeitgeber und deiner privaten E-Mailadresse und Kontaktdaten haben. Wirft doch gleich die Frage auf, ob das asiatische Volk nach ausgebildeten Fachkräften made in Germany sucht?! Warten wir’s ab, ob wir am Ende in Ho Chi Minh City bei einer Folge "Südostasiens next Arbeitskraft" landen oder womöglich für ein outsourctest EU-Projekt gecastet werden. Bis dahin verharren wir der Dinge und warten auf das 14-tägige Visum, welches mit 65,-€  und 21,-€ DHL Express Versandkosten zu Buche schlägt. Man gönnt sich ja sonst nichts!


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Life begins at the end of our comfort zone--

Vietnam also. Och  goa.. Das schreit doch geradezu nach Gefahr. Oder mit was verbindet ihr Vietnam? Ich wette mindestens 97% meines Freundes- Familien- und Bekanntenkreises bringen nur eines mit diesem Land in Einklang: Krieg. Und nicht nur einen kurzen Einfall. Mindestens 2-3 amerikanische Präsidenten müssen darin involviert gewesen sein.. "Und da willst du hin?" - "Nein, das ist nur ein Kompromiss, eigentlich hätte mich Jordanien mehr gereizt." Ganz im Ernst: Vietnam ist ein Traumparadies für Backpacker und eines der Top-Reiseziele schlechthin, aber wenn ich's genau nehme, so kann ich nur einen Grund spezifizieren, der mich dort hin bringt: Apocalypse Now. Vielleicht war ich 12- oder 13 als ich dieses Film-Epos erstmals in Augenschein nahm und welches mich neben anderen "Prädikat wertvollen"- Filme prägte. Eines wusste ich immer: Ich will dieses Land sehen, in dem so etwas unvorstellbar Schlimmes und unverständlich Grausames passiert ist und wo heute - trotz alledem - solch friedfertige und freundliche Menschen leben, die dieses kleine und langgezogene Stück Erde zu bieten hat. Irgendwie seltsam, finden sich doch so viele Parallelen zu dem Gefilde, in dem ich selbst lebe. Nord- und Süd? Grausamer Krieg? Und meine Mitbürger sorgen sich um meine Sicherheit und darum, dass ich darüber transferieren möchte? Ich will jetzt keine alten Geschichten ausgraben, aber mal ne Gegenfrage: Was sagen Eltern, Freunde und Bekannte zu unseren internationalen Freunden, wenn die nach good old Germany einreisen möchten? "What?! In this blutrünstige nationalistische country?!?! Damals..in 1939.."
Es ist wie ist es ist, jeder hat seine Vergangenheit, seine Geschichte und seine Fehler. Aber es liegt an jedem selbst was er daraus macht und wie er damit umgeht. Man muss sich seinem Schicksal nicht hingeben, man darf auch lernen und sich ändern. Jeder hat die Wahl und jedem von uns stehen alle Türen geöffnet. Man muss nur gehen..

Quelle: freeimages.com


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