Camping for Beginners - Lesson I.

In Schweden lernt man so einiges. Nicht nur ist die Sprache ein akustisches Highlight, auch die meteorologischen Ereignisabfolgen sind hier studierenswert. Wurden wir schon am zweiten Abend von einem Unwetter beim Sonnenuntergang am Strand überrascht, sollte der nächste Tag nicht besser werden. Nach ausgiebigem Frühstück machten wir uns auf zum Camping-Eldorado "Ahus". Auf dem Weg dorthin hielten wir zunächst für einen kulturellen Fotostopp inne, der an die Klippen und zum schwedischen Stonehege, der "Ales Stenar " führte. Die prähistorische Kulturstätte schien an diesem Tag das Besuchsziel vieler schwedischer Familien zu sein wie es der massenhafte Andrang preis gab. Kurzerhand entschieden wir somit die Klippen hinunter zu rennen, da der geplante Gleitflug über rauschendes Meer zwecks Windstärke 14 ausfiel. Die Wellen und die fabelhafte Aussicht auf brausendes Meer entschädigenden dies jedoch zu genüge, wobei die zuvor hergerichtete Flechtfrisur leider flöten ging. 3 Wettertaft versagt auf ganzer Linie! Nach kurzem Picknick (löön isst so gut wie schon lange nicht mehr) und Weiterfahrt wurde ein kurz bemessener Stopp im schwedischen Pendant zu Herborn eingelegt. "Ystad" begrüßte uns mit kleinen aber feinen Bauten und einem äußerst schmackhaften Blaubeereis. Doch außer einer Geburtstagsgrußkarte und einer Rolle Briefmarken blieb nicht viel Zeit für weitere Einkäufe und so wurde die Reise Richtung Regenbogencamp fortgesetzt. An der Rezeption vertickte man uns erst mal einen Zeltplatz mit Elektrizität - 20 Kronen Aufpreis, was kostet die Welt?! Wir brauchen doch Strom für die Senseo! Der Platz erwies sich auch augenscheinlich als äußerst campingtauglich und bot neben einem Wasserplatz auch ein paar Bäume für die selbstentwickelte Wäscheleine. "Handtücher raus, es muss getrocknet werden!" Blauäugig wie wir waren entleerten wir hochmotiviert den bis zum Dach gefüllten Caddy und bauten akkurat die zwei Wurfzelte sowie Zubehör auf. "Allerliebst!" sprach es aus allen Munden, als wir auch noch die 4 Campingstühle im Kreis drapiert hatten. "So, nun auf zum Strand! Wir wollen doch diesmal pünktlich den Sonnenuntergang begutachten." Mit 4 kühlen Radlern (Ein Hoch auf elektrische Kühlbox!), Decken und dem immer gern gesehenen Erdbeerlimes unterm Arm erreichten wir den wunderschönen Strand: Kräne zur rechten, dunkle Wolken zur linken. "Ach, das zieht an uns vorrüber" tat Resi ab und stürzte sich in die bitterkalten Fluten. Den anderen reichte der Gang bis Kniehöhe im Meer aus, so dass man sich wenige Minuten später auf Decken einfand. "Oh ein Tropfen" bemerkte juli, "Egal, das zieht ganz schnell vorrüber." Mehr Tropfen. "Sollten wir gehen?" warf becks ein. "Quatsch in 10 Minuten redet kein Mensch mehr hierüber", konnte löön gerade noch beenden, als ein urplötzlicher Platzregen über uns hinwegfegte. Fluchtartig griffen wir zu Hab und Gut und spurteten zum nächst überdachten Campinggebäude. "Was ein Fauxpas! Ich glaube die Stühle befinden sich draußen." "Katastrophe! Auch sämtliche Handtücher sind noch an der proprietären Wäscheleine angeklemmt!" Mit einem gedanklichen Katastrophenplan marschierten wir klatschnass und very unerfreut nach 20 Minuten Dauerregen zu unserem Zeltplatz um das feuchte Ausmaß zu analysieren. "Ok Leute, erst mal Ruhe bewahren. Die gute Nachricht: Wir sind noch am Leben und die Zelte sind dicht." beschwichtige Harmoniefee juli. Doch becks und löön konnte dies nicht so recht überzeugen, so dass sich beide erst mal Richtung warme Dusche (3-Minuten Warmwasser) begaben, während resi und juli die Campingstühle zu föhnen begannen. Elektrizität hatten wir zum Glück auch nur, weil uns die Rezeption einen Starkstromadapter zur Verfügung gestellt hatte (man hatte und mal wieder die Katze im Sack verkauft!!). Nach einer Stunde Föhnen waren die Stühle zwar immer noch sauklamm und das gesammelte Feuerholz alles andere als trocken (mal ganz davon abgesehen, dass es für nicht mehr als ein Lichtquellchen gereicht hätte), aber "Hey Leute, da können wir doch schön immer abends am Feuer sitzen und uns Sachen und so kochen".
End vom Lied: Es gab Nudeln mit Tomatensauce auf der übersichtlichen Küchenzeile (zusätzliche 5 Kronen Aufpreis!) des Campingveranstalters, die wir in einem kleinen Rondell mit Teelichtern geschmückt und viel Alkohol zu uns nahmen. Der weise Entschluss am selbigen Abend: "Ach die Campingstühle sind jetzt eh nass, die lassen wir jetzt draußen" und "Die Kühlbox kann hier im Kalten auch gut kühlen", sollte bereits um 5:30 Uhr bestraft werden. Ein frühmorgendlicher Schauer mit Donner setzte ein und hörte auch nicht so schnell auf. Als juli hinausstürmen und retten wollte was noch zu retten war, entgegnete becks nur "Hecker, bleib liegen und schlaf weiter!" Camping ist jetzt echt erst mal raus Leute! Und Sonnenuntergänge am Strand und so auch.

Malmö - let the journey begin!

Resi plant ausgeglichen und strukturiert den weiteren Verlauf des Trips, während sich der Rest der Teilnehmerschaft völlig passiv mit nutzlosen Kommentaren einbringt. "Wo fahren wir eigentlich hin?" schallt es durch das Hostelzimmer, als becks auch nach 48 Stunden noch nicht kapiert hat, dass es sich um keinen City-Shopping-Trip, sondern einen Aktiv-Outdoor Urlaub handelt. Auch wenn das die 5 aufgereihten Einkaufstaschen nicht vermuten lassen. "Egal, Hauptsache wir fahren nach Ypsilonstad" wirft juli ein, die die korrekte Aussprache des schwedischen Ortes "Ystad" immer noch nicht beherrscht. Löön kritzelt derweilen in ihrem Survival Kalender umher und möchte vor allen Dingen "die schöne Landschaft Schwedens" zu Gesicht bekommen.

Was zuvor geschah..
"Die Dusche bekommt 5 Sterne, aber die Toilette ne 6- !" nicht wirklich amused betrat becks das Zimmer um zu gleich ihre Bemängelung an wen auch immer zu richten. Nach einer sehr anstrengenden Anreise am Vortag brach der erste Morgen im Wohlfühlland Schweden an. Ein ausgiebiges Frühstück setzte die erste feine Note zu Tagesbeginn. Was kann auch mit einer vollautomatisierten Senseo Kaffemaschine, echtem deutschen Obstblütenhonig und selbstgemachter Himbeermarmelade aus Eigenanbau schief gehen? Um 10 Uhr marschierten wir motiviert Richtung Schlosspark, der uns mit seiner Idylle zugleich sehr zusagte. Kultur stand heute auf dem Programm, welche im anschließenden Schloß zu finden sei laut Lonely Planet. Wir suchten uns einen Wolf und stießen zunächst nur auf Gewächshäuser und die sportliche Gesellschaft Malmös. Im Ernst: Hier ist es einfacher die Leute ohne Sneakerpaar und Fitnessdress zu zählen als anders herum. becks wurde schon leicht aggro und griff zum Shopping Guide Malmös "Hier ist verkaufsoffener Sonntag, ich will in die Fußgängerzone!" Währenddessen passierten wir ein barackenähnliches Gebäude, was laut Aussage löön einer Kläranlage glich. "Hier hätte laut Karte eigentlich das Schloß sein müssen" bemerkte Resi. "Wie hässlich!" erwiderte becks "Oh, da vorne ist ein Souvenirshop!"
Wir ließen somit das merkwürdige Gebilde von Schloss hinter uns und schritten weiter Richtung Hafen. Einige Fotostopps später fanden wir uns zwischen Triathlon-Wettkampf (noch mehr sportliche Schweden) und Hunde-Agility-Spielgelände nähe Strand ein. becks hielt es nicht mehr aus und schoss zugleich den Balanciersteg hinauf. löön und juli hinterher. Die sportliche Einheit wurde zugleich dem Trainerteam per Kamera aufgezeichnet (wir verpassen schließlich Trainingslager und sämtliche Testspiele, da muss was getan werden, Leute!). Nach einem Kurzpicknick auf felsigem Gestein am Meer, führte nun endlich der Weg weiter Richtung Shopping-Meile. Sämtliche guten Vorsätze ("Es wird sich nicht in den finanziellen Ruin gestürzt!" - "Oh, was ein schönes Top, mir ist alles egal!") wurden postwendend über den Haufen geworfen. Mit dem Statement "Be Alternative and wear your own style!" stürzten sich becks und resi in die Vollen. juli die aus vergangenen Mailand Reiseprozeduren schon viel dazu gelernt hatte tat ihnen gleich, während sich löön noch in den neuartigen Kaufmodus einfinden musste. Völlig erschöpft und 10 Einkaufstaschen verschiedener Butiken (man schreibt hier so wie man spricht) weiter, fanden wir uns ausgehungert im "Deli" ein. Die texanische Restaurantkette erfreute mit deftigen Bürgern und Steakhouse Fries. "Endlich mal wieder ordentliches Fleisch zwischen den Zähnen!", nachdem es am Vortag nur Suppe mit Brot nach Eigenkreation gab.
Zum Ende des Tages erfolgte ein Gewaltsmarsch (Trainingseinheit Nr.3, Carsten wir zählen mit ;-)) Richtung Strand um den Sonnenuntergang auf Decken und mit Erdbeerlimes in vollen Zügen zu genießen. Reiseführerin Schmitt baute noch ein Strandsprungbild ein, was ausnahmsweise mal bei allen Teilnehmern für Begeisterung sorgte.
Statement des Tages: "Die Haare werden ab jetzt zusammen gebunden, offen bringt hier nix! (Scheiss Wind!)"

Durch den Monsun!

Sommerurlaub in Schweden - so stand es seit geraumer Zeit in schönsten Druckbuchstaben und mit einem Smiley versehen im kleinen aber feinen Taschenkalender. Doch schon in der Aufbruchsnacht, die um 5 Uhr morgens eingeläutet werden sollte, wurde dieses Unterfangen bereits um 3:30 durch ein grölendes Blitzgewitter lautstark angekündigt und sollte maßgebend für die bevorstehende Fahrt werden.
Um 4:45 Uhr sammelte Caddysteuerin becks die Reisegefährten juli, löön und resi chronologisch auf. Mit Wegzehrung sponsored by Catering Service Schmitt und einem randvoll gepackten Automobil konnte eine fast punktgenaue Abfahrt um 05:00 Uhr erzielt werden. Einige Reiseteilnehmer wunderte zwar die neue utopische Packmenge, die am Tage zuvor nicht annähernd zu sehen war, jedoch wurde diese zunächst nicht in Frage gestellt. Im rasanten Caddy-Speedmodus, der Dank Dachbox nicht mit mehr als 120 km/h belastet werden sollte, ging es somit zielstrebig Richtung Norden. Als der Lahn-Dill-Kreis schon in weiter Ferne lag überraschte becks mit der Nachricht, dass sie noch ein kleines Zusatzgerät im letzten Eck des Caddys verstauen konnte. Zum Entsetzen aller Teetrinker handelte es sich hierbei um eine strombetriebene Senseo-Kaffeemaschine. Herzlichen Glückwunsch!
Nach diversen Staus und Rügen der Frau Schmitt an einen arabischen Weggefährten, der Öl im Keller hat, erreichten wir schlussendlich den letzten deutschen Zipfel: Die Insel Fehmarn. Mit der Fähre sollte dieses letzte Stück Heimat verlassen und nach Dänemark übergesetzt werden. Anfangs optimistisch noch an Deck sitzend, musste diese Location allerdings blitzschnell gegen einen Innenplatzbereich getauscht werden. Ein tornadoartiger Sturm bildete sich auf der Wasseroberfläche und zog begleitend von einer schwarzen Wolkenfront sideboards auf uns zu. Unter tobenden Strömen wurde das Deck der Fähre geflutet und ließ das Gefährt ordentlich schwanken. Nach 45-minütiger Fahrt wurde das Ufer Dänemarks jedoch sicher erreicht und der Trip Richtung Norden weiter fortgesetzt. Der nächste große Schock überkam uns aber schon nach wenigen Metern. "Maut" und "Toll Collect" warnte es an diversen Schildvorrichtungen entlang der verregneten Wegstrecke. "Leute, wo ist die Vignette???" reklamierte becks in Richtung Beifahrerseite. "Wie Maut, ich dachte die gäbe es nur in Südeuropa?!" erwiderte juli. Resi begann zugleich den ADAC-Tourguide Dänemarks zu studieren, während becks schweißtreibend die nächste Ausfahrt ansteuern zu versuchte. Jedoch nur Felder weit und breit. Weder Rasthof noch Touristinfo waren von der Autobahn zu erspähen. Kurz vor Kopenhagen dann Entwarnung: der ADAC erwähnt auf 10 Seiten klein Gedrucktem keine Mautgebühren! (hatte juli ja gleich gewusst ;-))
Somit wurde das recht einseitige und vor allem klatschnasse Land Dänemark auf schnellstem Wege verlassen. Hierzu musste allerdings noch die berühmte Brücke "Öresund" überquert werden, die mit 7 Kilometern Gesamtstrecke mal eben über das gute alte Ostseemeer installiert ist. Ein wahrhaft bewegender Moment! Nicht nur dass die Überquerung einem Torbogen aus Herr der Ringe glich, schwarze Wolkenfronten dramatisierten die Durchfahrt wie es in jedem schlechten Tornadoblockbuster nicht besser hätte dargestellt werden können. Das Meer zur linken und rechten pechschwarz, hinter uns stürmende Orkane, vor uns die dunkle Wolkendecke und nur das kleine Fitzelchen Malmö überdeckt mit Sonnenschein. Wir fuhren geradezu ins Licht und ließen alles aufkommende Unwetter hinter uns. Es gilt wie immer: alles richtig gemacht!
Im Angesicht der Spätnachmittagssonne überquerten wir die Grenze Schwedens und erhielten als kleines Welcome-Give-Away 3 Erfrischungstücher sowie 2 Panorama Postkarten der Öresundbrücke. Süß sind se schon ein bisschen die Schweden ;-)
Malmö erwies dich auf den ersten Blick sehr übersichtlich und das Hostel inmitten der City überzeugte mit Inneneinrichtungen aus dem Hause IKEA. Auch die Gemeinschaftsküche konnte zugleich mit mitgebrachten Essensvorräten ausgiebig erprobt werden. Ein kurzer Rundgang in der Stadt vollendete unseren ersten Tag in weiter Ferne. Statement des Tages: "Lasst uns den (mitgebrachten) Wodka mit Wasser strecken, damit wir unser Tauschmittel nicht schon am ersten Tag los sind!"

Jag älskar Sverige!

Eine kleine aber feine Reise durch Schweden.

Hier geht's zur Route..

One way Ticket to Vegas - Der Film zur Tragödie!

Freunde des Flugfernverkehrs,

wir sind wieder sicher gelandet!

Die abenteuerliche Geschichte von unserem Vegas-Trip werdet ihr in Kürze hier nach lesen können. Bis dahin präsentiere ich euch heute den dazugehörigen Kurzfilm "Ich bin für's Rollen..."! Wem's gefällt darf gerne liken und sharen. Enjoy! :)



Life is a Lemon and I want my money back!

Der sicherste Weg nicht von der NSA geortet und ausspioniert zu werden ist, sein Mobilfunkgerät im nächst besten Ozean zu versenken. Genau dies tat ich. Um 14:30 Uhr. US-Ostamerikanischer Zeit. 

Was zuvor geschah...

Um 4:30 Uhr brachen Sissy und ich unseren 24h-Trip nach Vegas an. Die vernebelten Autobahnen der deutschen Bundesrepublik ließen uns trotz Ferienanbruch gut durchkommen und ermöglichten uns eine punktgenaue Ankunft in Düsseldorf. Noch immer ohne gültigen Flugausweis stiefelten wir zum Check-In um alle Formalitäten zu klären. Dies gelang uns auch, doch wurden wir zugleich von der hoch unmotivierten Air-Berlin-Dame, mit ernstem Blick und garstigem Unterton biestig belehrt, dass wir keineswegs den Flughafen in Miami verlassen dürften. "Das geht nicht! Sie befinden sich im Transit!" Schnippig reichte sie uns die Pässe zurück und rief das nächste Opfer ihrer Guten-Morgen-Laune auf. "Das werden wir ja noch sehn, ob wir in Miami 8 Stunden am Airport festsitzen werden!" prosteten uns Sissy und ich zu, als wir um 7 Uhr morgens die erste Flasche Sekt öffneten. Zuvor hatten wir uns eine 2. Meinung einer Info-Service-Dame eingeholt, die für ein 1:1 Airport - Beach sorgte. Nachdem wir auch die zweite Flasche gelehrt hatten, stand uns nichts mehr im Weg zunächst den Security Check und anschließend den Flug zu überstehen. Vielleicht bin ich schon auffällig geworden als ich an der Passkontrolle fragte, ob sie denn meinen Pass sehen wollten. Der Zusatzcheck erfolgte aber tatsächlich erst, als wir schon den Gangway durchliefen und kurz vor der Maschine standen. Sonderkontrolle: Drogen. Herzlichen Glückwunsch! Im leicht angetrunkenem Zustand öffnete ich meine unzähligen Rucksackfächer, ließ meine Schuhe kontrollieren und entschuldigte mich nochmals bei der Dame, dass mein Rucksack so verschachtelt sei. Während Sissy schon ihren Sitz eingenommen und das Flugprogramm studiert hatte, nahm ich dann auch endlich Platz und verfiel, genau wie Sissy, noch bevor das Flugzeug abheben konnte, in einen Tiefschlaf. Der Sekt tat seine Wirkung.Die 9 Stunden vergingen wie nichts und außer den Mahlzeiten (hervorragende Küche: Krautsalat + Frikadelle und Omas hausgemachten Bienenstich als Dessert), bekamen wir auch rein gar nichts mit. Bis auf die Landung. Wellengang ist dagegen ein Witz. Es war das erste mal, dass ich im Flugzeug jemanden die Tüte in Gebrauch nehmen sah. Das arme Kind. Einmal auf dem AirBerlin Flugzeugteppich übergeben. Unbezahlbar.Die Landung überstanden wir dann doch irgendwie ganz unversehrt und begaben uns durch den Zoll. Dieser bestätigte uns noch einmal, dass wir "aber natürlich" den Flughafen verlassen dürften. Lediglich ich wurde für ein paar Zusatzfragen (merke: Sicherheitscheck Nr.2) herausgezogen. "Wie lange bleiben Sie hier? Wo wollen Sie hin? Wieviel Geld tragen Sie bei sich?" So langsam wurde es mir zu bunt. Habe ich in solchen Angelegenheiten eigentlich Recht auf einen Anwalt und das Privileg zu schweigen?!Mit dem Zug fuhren wir bis zur nächsten Haltestelle und von dort aus folgten wir einem kanadischen Arzt, der ebenfalls nach Miami Beach wollte. Da die Fahrt bis da hin unwesentlich länger dauerte als auf Google Maps Maßstäben angenommen, hatten wir genug Zeit uns mit dem ca. 28-jährigen Chirurgen auszutauschen, der für eine Woche in Miami hospitieren darf. Er nahm noch meine Telefondaten auf, sollte mich aber schon 30 Minuten später nicht mehr erreichen können. Denn Sissy und mein Weg führte ohne größere Umwege direkt zum Strand. Geblendet von Palmen, Sand und vermutlich auch der einschlagenden Sonne, marschierten wir barfuß an und ins Meer. Die stechende Mittagssonne stach wutig auf uns ein, was vermutlich einer der Gründe war warum ich zu meiner Handykamera griff. Mein Instinkt sagte mir noch "Dieses Gerät wird gleich im Atlantik liegen", doch ausgenockt von der Hitze, ignorierte ich sämtliche Sicherheitshinweise meiner Gehirnstränge. Und so kam es, dass ich wenige Sekunden später  im Nordatlantik nach meinem iPhone fischte. Herzlichen Glückwunsch!Wir fanden uns nach diesem Desaster im Hard Rock Café ein. Das Handy glühend heiß und kurz vor Explosion. Ich hätte es am liebsten in die nächst beste Tonne geschmissen, doch wog ich Hoffnung an der noch immer brennenden Blitzlicht-LED, welche allerdings auf dem Rückweg an den Flughafen ebenfalls erlosch. Der Taxifahrer rief uns noch ein paar Fluche in Richtung Republikaner und dem drohenden final shut-down zu, bevor wir uns schon wieder am Check-in einfanden. Das mangelnde Personal zwang uns die Sicherheitskontrollen fast selbst durchzuführen, doch da hatte ich mich zu früh gefreut. Denn für eine Sonderkontrolle an mir ist noch keiner vorbei gekommen. Ich fragte mich schon was es diesmal sein könnte, da zog mir der Sicherheitsbeamte bereits einen seltsamen Streifen über die Finger. "Sprengstofftest. Wir testen, ob Sie Sprengstoff an den Händen hatten" - Na Bravo, dachte ich mir, wo ich doch das hoch explosive iPhone zuvor in den Fingern hielt. Doch auch hier kamen wir irgendwie durch und auch so schnell, dass wir immer noch 2 Stunden Aufenthalt hatten. Wir quälten uns durch die nicht enden wollende Zeit. Machten Rumproben, durchstreiften alle Duty-Shops, hielten einen Plausch mit den Akteuren der Fußballnationalmannschaft Jamaikas. Am Gate fragten wir uns unentwegt wann nun endlich das Boarding beginnen würde und ich wunderte mich noch was für Leute da mit uns nach Las Vegas fliegen sollten. Als es mir mit der Warterei zu bunt wurde, ging ich zum Schalter und fragte nach. "Let's say..we start boarding in like...5 minutes." Oh man, unendliche 5 Minuten. Es zog sich wie Gummi. Nach gefühlten 10 Minuten wurde endlich das Boarding nach York aufgerufen. ...Nach was??? York??! Sissy eilte zur Info. Dann zu mir. Und anschließend wir beide Richtung Gate E. Verdammt! Das Gate hatte sich geändert. Was musste denn noch alles passieren?? Völlig außer Puste erreichten wir unsere Maschine und die darin wartenden Fluggäste. Ich fiel auf meinen Sitz und schlief sofort ein. Irgendwann gegen Mitternacht erreichten wir Vegas. Das Taxi zockte uns nochmals 20 Bucks ab und die unfreundliche Hotelfrau erhob eine nicht abgesprochene Hotelfee von weiteren 100 Tacken. Zu allem Überdruss kamen wir in ein upgegradetes Raucherzimmer in das unsere Karte nicht passte. Doch uns war jetzt alles egal. Todmüde wie waren waren fielen wir nur noch ins Bett!Von meinem iPod gesendet

Vegas Baby, Vegas!


In Anbetracht der Tatsache, dass wir demnächst vor der nächsten Weltwirtschaftskrise stehen und dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten der Bankrott droht, fassten wir kurzum den Entschluss, die Vereinigten Staaten noch einmal vor der völligen Verwesung zu bereisen. Auch im Hinblick darauf, dass wir am alles entscheidenden 17.10.2013 womöglich direkt in amerikanisches Eigentum übergehen und als zukunftssichere Handelsware dienen würden, klickten wir waghalsig wie nie, den Buchungsbutton für 1x Düsseldorf – Miami – Vegas - und zurück an. Der Point-of-no-return war somit erreicht. Auf ins nächste Roadtrip-Abenteuer! Doch ob wir uns wirklich auf den Highways und Routes wiederfinden werden oder die Mission zwecks geschlossener Nationalparks und fehlendem öffentlichen Dienst vorzeitig auf Eis gelegt werden muss, wird sich vor Ort zeigen. Die triste Alternative für 5 Tage ist eine Wüstenstadt inmitten militärischem Sperrgebiet. Oh wie schön! 

Doch der Weg in die Höllenstadt wird steinig, hart und unberechenbar. Nicht nur, dass der frühe Vogel einen Weckruf von 3:30 Uhr herbeikreischt, - Nein, deutsche Autobahnen müssen bis ins gute alte Düsseldorf überquert werden. Einen Langzeitparkplatz heißt es bei Ankunft zu finden und von irgendwo im Nirgendwo per Shuttle zum Flughafen gebracht werden. Wenn das nicht genug wäre, besitzen wir bis jetzt noch kein gültiges Flugscheinticket und der Check-in hat wohl auch irgendwie gar nicht funktioniert. Sollten wir aber auch dieses Hindernis überwunden haben, droht der absolute Horror: Der Flug. Denn Sissy und ich (auch allen bekannt als Globetrotter und Weltenbummler), können eines an diesem ganzen Reisen überhaupt nicht verstehen. Warum muss man sich in so ein Höllending wie Flieger setzen und Stunden und Minuten in surrealen Höhen verbringen, wo nur ein leichter Luftzug dazu führt, das man sein Leben in kurzen Sequenzen noch einmal abspielt und sich leise vom Hier und Jetzt verabschiedet. Es wird auch nicht besser. Jeder Flug ist eine neue Herausforderung. Und auf jedem Economysitz (upgegradet wurden wir nämlich noch nie) findet ein weiterer Adrenalintrip durch wolkenlose Weiten statt. Dabei ist doch gar nichts dabei. Knapp 200.000 km habe ich jetzt mit dem Flugzeug zurück gelegt. Und doch kann ich jedes Mal mein Glück kaum fassen, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Und sollten uns auch nur ein Hauch dieses Glückes in Vegas wiederfahren, Leute, dann dürft ihr jetzt schon mal die Champagnerkorken knallen lassen! It's Vegas baby, we're all in!

PS: Grüße an den Besten in dem anderm Militär bewachten Gebiet :)