Die Kanadier haben's nicht so mit der Pünktlichkeit. Wenn auf dem Busticket eine Abfahrtszeit von 7:00 Uhr steht, heißt es, dass der Bus frühestens um 7:15 Uhr eintrifft und irgendwann um 8 Uhr den Motor zur Abfahrt startet. Blöd, dass ich gerade an meiner Pünktlichkeit arbeite und eine Stunde lang in der Kälte auf meinen Weitertransport warten musste. Meine Reise führt mich weiter nach Edmonton, wo ich nun endgültig unter Beweis stellen muss, dass die Schule nicht umsonst gewesen ist und mir tatsächlich etwas gebracht hat. Die nächsten 2 1/2 Wochen werde ich mich ohne jeglichen Deutsch-Support mit real Canadians verständigen... aber eigentlich kein Problem für mich ;-) Doch noch ein paar Worte zu meinem letzten Tag in Vancouver. Der Abschied hätte nicht schöner sein können, als die Vancouver "Canucks" mit einem souveränen 3:0 die Colorados vom Eis gefegt haben. Mit dem Sieg in der Tasche, einem letzten Pitcher im Beaver und den 3 Ts für die Weiterreise, verlasse ich Vancouver und meine Homies der letzten 2 Monate.
Take 5, Take a cookie, and take your time!
Fabi, komm gut nach Hause und grüß Grumpelland von mir. Marc, eine schöne letzte Buck-a-beer-Night und einen guten Weiterflug nach Auckland und Michaela, eine wunderbare Restzeit in Vancouver und einen schönen Ausblick auf die Eröffnungsfeier der olmypischen Winterspiele von deinem Wohnzimmerfenster ;-)
Mein kleiner Wander-Umzug 'Homestay-Family to Hostel' wird sich in die Reihe 'never-do-again-Hiking-Touren' eingliedern. Mit gefühlten 253 Kilo Gepäck auf dem Rücken und drei Taschen, die ich irgendwie an Händen und Füßen befestigt hatte, bin ich von der Homestay zur Trainstation und von der Station zum Hostel mehr oder weniger geschlichen. Mehrfache Verfluchungen des Backpacks blieben hierbei nicht aus! Auf einer 15min-Strecke fünf Pausen einzulegen, klingt auch sehr rekordverdächtig. Nachricht des Tages dann im Hostel: "Dein Zimmer ist im dritten Stock - und nein, wir haben keinen Aufzug." Meine Begeisterung war kaum zum Aushalten! Doch der Tag nahm noch ein gutes Ende. Zum Abschiedswochende durfte ich das Aquarium von Vancouver noch einmal mit meiner Anwesenheit erfreuen. Seaotter sind einfach zu süß!! Im Stanley Park sind wir zufälligerweise in eine Familienfeier des Waschbären-Clans "Sweet-but-Evil" reingeraten. Schon weird, wenn man plötzlich von 15 Racoons umzingelt wird, aber ich habe keine Verletzungen von mir getragen ;-) Sunset an der English Bay und Halloween auf der Granville Street krönten dann den wunderbaren last Saturday in Vancouver. Eine Nacht mit den Flinstones, Turtles, French Toasts und Dame-Karten hat man nun mal nicht alle Tage...
Nach einem Wahnsinns-Flogging-Molly-Konzert im Commodore auf der Granville Street (Also mal ganz nebenbei bemerkt: Getränke sind in der Concert-Hall günstiger als bei unserem Döner um die Ecke!!!), stand heute unter andererem die Graduation von Fabian, Marc und Julia auf der Tagesordnung von Tamwood. Wieder einmal ging die Zeit viel zu schnell um! (Hallo, ich habe gerade wieder den Unterschied zwischen Active und Passive Sentences begriffen ;-)). Normalerweise müsste ich noch 5 Monate dranhängen um mein Cambridge-Certificate zu machen, aber aus Zeit- und Kostengründen muss das leider fach fallen. Außerdem will ich nicht herausfinden, was für Krankheiten Vancouver noch so zu bieten hat... Zu gegebenen Anlass (Halloween scheint hier beliebter zu sein als Christmas, New Years und Eastern zusammen), habe ich mir ein entsprechendes Kostüm zum Thema des Jahres gebastelt. Ich dachte ich gehe als Schwein. Schweinemaske für 3,21$ war auch recht preiswert gegenüber den "99$-fertig-Outfits". Doch muss ich die 125$ teure Mundschutzmaske vom Doc ja noch ein einberechnen...Mist! Abschiede sind wie gewöhnlich nicht besonders freudig, aber was solls! Meine Abschlussrede im Schweinekostüm mit den Anfagsworten "Oink, oink" kam zumindest beim Publikum gut an. Leider waren beide meiner Lehererinnen nicht anwesend (krank...), aber Zertifikat habe ich trotzdem überreicht bekommen. An dieser Stelle liebe Grüße und auf ein baldiges Wiedersehen an meine Class- and Schoolmates: Marc, Fabian, Michaela, Lia, Laura, Yoshi, Jeremy, Thomas, Pilar, Valerij, Sergio, Chie, Anna, Tim uvm.! I will miss u guys!!!
Tag 4 in Quarantäne: Die Lage spitzt sich zu. Latexhandschuhe und Desinfektionsspray sind fast vollständig aufgebraucht, meine japanische Keller-Mitbewohnerin wurde gestern Nacht von einer 3-stündigen Hustenreizinfektion heimgesucht und unsere Gastmutter ist völlig am Durchdrehen und verweigert uns Dinner + Lunch für Samstag. Der Oktober steht unter keinem guten Stern! Und eigentlich würde ich jetzt gar nicht hier rumliegen, sondern auf dem Highway-Rückweg von Seattle nach Vancouver sein. Vollgepackt mit Unmengen an Fotos, tollen Erlebnissen und einem völlig überhöhten Kassenzettel aus der Seattle Outlet Shopping Mall. Doch mein Sitz im bereits gemieteten Auto blieb leider frei und so warte ich auf die Rückkehr meines auf drei geschrumpften Teams, die sicherlich schon bald die Grenzen wieder überqueren werden. Für mich stand heute nur ein kurzer Ausbruch aus dem Wahnsinn auf dem Programm. Nachdem ich die Hürde alle Schränke, Türknöpfe und Lichtschalter zu reinigen und desinfizieren überwunden hatte, konnte ich der Freiheit ins Gesicht sehen. Und es regnete. Mein 1-stündiger Besuch in der Brentwood Town Centre Mall war trotzdem eine willkommene Abwechslung und lässt mich auf eine bessere Woche hoffen. Auch die ständig verfügbare Skypeline in die Heimat, unzählige E-Mails und ein virtuelles Cafe, lassen mich nicht in Trauer verfallen. An dieser Stelle ein herzliches Dank an den Heimatsupport und die vielen Genesungswünsche - Thank you all and peace out!
Ein kleiner Anspieltip und mein favourite Song für den Oktober:
My lovely mister singing club - Vancouver hat was gegen mich! Nachdem ich schon in der ersten Woche gegen Erkältung und Halsschmerzen anzukämpfen hatte, kommt nun die nächste Angriffswelle. Allerdings wird diesemal mit härteren Geschützen aufgefahren und alle verfügbaren Streitkräfte klargemacht. Vorne weg ein gewisser Virus, den ich bisher nur aus TV-Medienberichte und der Tagespresse kannte. Unter dem Decknamen 'H1N1' und dem Schlachtruf 'Attacke, Schweinebacke!' musste ich mich schon nach wenigen Sekunden kampflos geschlagen geben (ich bin schließlich ein friedfertiger Mensch ;-)). Diagnose: swine flu. Danke, Anke! Das heißt konkret: 7 Tage Quarantäne und 125$ Arztkosten - ein Hoch auf das nordamerikanische Gesundheitssystem. Die Medizin gab's freundlicherweise umsonst dazu, allerdings mit unverständlicher Beschreibung. Hätte ich doch gleich zum Telefonjoker gegriffen oder das große Orakel Google befragt, anstatt auf meine Gastmutter zu hören. Für alle zukünftigen Schweinepatienten, hier die Gebrauchsanweisung auf deutsch (wichtig: der Absatz mit dem unzerkaut!). Mein Gesundheitstipp für heute: Impfung gegen Schweinegrippe - erspart eine Menge Schmerzen und Mundschutz-Tragen in der Öffentlichkeit. Beste Grüße aus Alcatraz!
Ein paar Bilder zu Aufheiterung, Nr.1 = Sonnenuntergang an meiner Skytrain Station
Demnächst muss ich mich nicht mehr um Essen sorgen. Durch Zufall haben wir heute einen Trick herausgefunden, wie man günstig, bzw. für fast umsonst an köstliche Zipfies (Zwischenverpflegung) heran kommt: Einfach den nächst gelegenen Starbucks um kurz vor 20 Uhr aufsuchen und ein Heiß- oder Kaltgetränk seiner Wahl bestellen. Anschließend werden einem Köstlichkeiten des Tages offeriert: Zuckerschnecken, Tuna-Wraps, Sandwichs und vieles mehr - für Lau! Mein Wocheneinkauf wäre damit erledigt.
Doch wenn man mit vollgepackten Starbucks-Taschen durch die Straßen zurück zur SkyTrain Station zieht und einem alle 5m betteltente Gesichter ansehen, die um jeden Cent flehen, wird man die soeben kostenfrei ergatterten Snacks, schnellstens wieder los. Denn wie in jeder Großtstadt hat auch Vancouver massiv mit obdachlosen Menschen zu kämpfen. Ca. 2.700 Menschen zählen zu den Homeless-People, eine Zahl die leider immer weiter ansteigt. Die Ironie an der Geschichte: Die meisten Obdachlosen kommen aus Calgary und wurden während der Olympischen Winterspiele 1988 von der Regierung Calgarys mit einem Zugticket nach Vancouver ausgestattet, damit die Stadt frei von Bettlern wird. Nun finden die Olympic Winter Games 2010 in Vancouver statt und ratet mal was Vancouver mir den Obdachlosen vor hat?! Aber genug von den Schattenseiten Vancouvers. Die cosmopolitische Stadt hat ansonsten auch bei Regenwetter einiges zu bieten: IMAX-Kino, Science World, gute Live-Musik und unterhaltsame Museen. Wie z.B. das "BC Sports Hall of Fame and Museum". Neben den zahlreichen Informationen zur Geshichte des kanadischen Sports (die ich jetzt selbsverständlich in und aus wendig kann... haha!), ist das Museum zugleich eine Sporthall mit Unmengen an Activities. Ein paar Highlights: Tisch-Eishockey, Free Climbing und virtuelles Torwandschießen + Baseball-Weitwurf. Und wie schön es ist Student zu sein, da bekommt man doch gleich auf alle Eintrittsgelder Rabatte :)
(c) copyright goes to Fabian, der dieses tolle Foto so wunderbar und professionell gemacht hat.
Wie der Titel womöglich im Ansatz verrät, hat sich die Wetterlage in Vancouver ein wenig geändert. Die City zeigt sich nunmehr im typisch mausgrauen und verregnetem Design. Man munkelt, dass die verwandschaftlichen Beziehungen zu London doch etwas ausgeprägter sind, als zunächst angenommen. Trotz des kalten Nass, wird das Städtchen dadurch nicht uninteressanter. Gerade auf dem "Campus" ist ein Kommen und Gehen angesagt. Diese Woche ist bespielswiese ein Omnibus neuer Studenten aus Switzerland, Japan und Spain angereist, doch gleichzeitig mussten wir heute 6 "alte" Schüler verabschieden. Graduation-Goodbye-Party mit Abschlussrede findet jeden Freitag zur Mittagszeit statt und ist DAS Event zum Ende der Woche. Apropos Unterricht, der ist zwar alles andere als trocken, rettet mich aber auch nicht davor, mich mit Present Perfect, Past Continous und fiesen Prepositions herumzuschlagen. Gleich zwei Tests standen diese Woche an und für Montag winkt die nächste Prüfung. At least that's what I've heard on the grapevine...(toller Satz, hab ich in den Afternoon classes gelernt ;-)) Okie, dokie shmokie, Gang! Ich fange dann schon mal an meine Abschlussrede vorzubereiten, denn in zwei Wochen steht schließlich meine Graduation an...